Wie alles begann

Bis in die Mitte der sechziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die Begegnungen der beiden Lokalrivalen SV Wacker Ney und SV Kratzenburg Garant für spannende Spiele, die viele Zuschauer in ihren Bann zogen. Doch für die Spielrunde 1967/68 konnten beide Vereine keine schlagkräftige Mannschaft mehr auf die Beine stellen. So reifte trotz aller Rivalität der Gedanke, für die kommende Saison eine Spielgemeinschaft zu gründen, mit dem Ziel, nach Abschluss der Saison einen neuen Verein zu gründen. Dieser Verein sollte auch die sportbegeisterte Jugend aus Halsenbach einschließen.

Zur Gründung dieses neuen Vereins war es von Nöten, dass die bisherigen Vereine aus Ney und Kratzenburg aufgelöst werden mussten. In Kratzenburg stellte dies kein großes Problem dar, beschloss doch die Generalversammlung des dortigen SV einstimmig, die Auflösung zu vollziehen. Ganz anders stellte sich die Situation in Ney dar. Nach heftigen und hitzigen Diskussionen waren 17 Mitglieder nicht dazu zu bewegen, den SV Wacker der Vergangenheit angehören zu lassen. Jedoch sprachen sich 44 Mitglieder für eine Auflösung des Vereins aus.

Die Gründungsversammlung des neuen Vereins fand schließlich am 20.11.1968 im Saale des Gasthauses Bersch in Halsenbach statt. Versammlungsleiter Alwin Busch aus Ney konnte an diesem Abend weit über 100 Anwesende begrüßen, was auch als großes Interesse an dem neu entstehenden Verein zu verstehen war. Der Kratzenburger Hubert Gras erläuterte die, von beiden Vorständen in Ney und Kratzenburg, erarbeitete Satzung. Anschließend wurden die neuen Mitglieder namentlich erfasst.

Der sensibelste Punkt der Neugründung kristallisierte sich in der anschließenden Aussprache heraus – die Namensgebung. Während sich die Sportfreunde aus Halsenbach und Kratzenburg schnell darauf einigten, einen neutralen Namen zu finden, fand dies im Lager der Neyer wenig Zuspruch. Diese wollten den Namen „Wacker“ unter keinen Umständen aufgeben, da dieser Name für Tradition stand und weit über die Grenzen des Kreises bekannt war. Wilhelm Müller, seit 47 Jahren Mitglied des SV Wacker Ney und 25 Jahre lang Vorsitzender des Neyer Vereins, äußerte seine Bedenken gegenüber einer Neugründung. Zwar hätte sich die Spielgemeinschaft des letzten Jahres durchaus bewährt, aber für einen neuen Verein gäbe es keine finanzielle Grundlage. Er sah ein, dass der Name „Wacker“ nicht mehr zeitgemäß sei, aber im Vereinsnamen sollte schon der Name eines Dorfes erwähnt werden, mahnte er die Versammlung vor der Abstimmung, „Auch die Neyer sind durchaus zu Abstrichen bereit.“ betonte er in seinem ganz eigenen loyalen Stil. Im Gegensatz dazu wollten aber gerade die Älteren aus Ney nicht auf die Nennung ihres Ortes im Vereinsnamen verzichten. Hubert Gras erwiderte, nur beim Namen Ney zu bleiben wäre falsch. Kratzenburg hätte die gleichen Voraussetzungen wie Ney und könne ebenfalls auf eine lange Tradition zurückblicken. Außerdem wäre der Sitz des Vereins bereits in der Satzung verankert. Alwin Busch sah keine Notwendigkeit, den Namen eines Ortes mit anzugeben. Er plädierte für einen neutralen Namen. Finanziell blickte er optimistisch in die Zukunft, denn die abgelaufene Saison sei von beiden Vereinen gemeinsam bestritten worden, so dass der neue Verein bereits nach einem Jahr die finanzielle Basis hätte, sofern Kratzenburg und Ney gemeinsam die Anfangslasten tragen würden, um dann eine gemeinsame Vereinskasse anzulegen. Das Geld, welches aktuell in der Kasse sei, würde dann dem neuen Verein zukommen, zusätzlich sollten die Vereine Kratzenburg und Ney jeweils 200 DM in den gemeinsamen Topf einzahlen. Wilhelm Müller ergriff wieder das Wort und kam auf das leidige Thema „Name“ zurück. Er favorisierte den Namen „Spielvereinigung Ney“. Alwin Ginster forderte sodann die Versammlung auf, doch persönliche Interessen zurückzustellen und auf die Angabe eines Ortsnamens zu verzichten. Er meinte, man sollte alles daran setzen, in den kommenden Jahren zu einem Verein zusammenzuwachsen. Alwin Busch zeigte Verständnis für die älteren Neyer, weil diese nicht auf die Nennung ihres Ortes verzichten wollten, aber er sah die Zukunft des Sports in den betreffenden Gemeinden nur durch eine Spielgemeinschaft und damit Neugründung eines Vereins gesichert. Da kein Dorf allein den Spielbetrieb aufrechterhalten könne, müsste auch der Vereinsname entsprechend gewählt werden. Nach schier endlos erscheinenden Diskussionen einigte man sich schließlich darauf, dem jungen Verein den Namen „SG Ehrbachtal“ zu geben. Bei der Abstimmung gab es lediglich vier Enthaltungen.

Jetzt war es an der Zeit, einen Vorstand zu finden. Die von Wahlleiter Kurt Klaßmann geheim durchgeführte Wahl brachte folgendes Ergebnis:

  • 1. Vorsitzender: Alwin Busch
  • 2. Vorsitzender: Hubert Gras
  • 1. Schriftführer: Karl Meiers
  • 2. Schriftführer Horst Rosenbach
  • 1. Kassierer: Alwin Ginster
  • 2. Kassierer: Walter Seis
  • Beisitzer: Klaus Meiers, Werner Seis, Karl-Heinz Gras, Ignatz Schnorbach
  • Hauptjugendleiter: Alois Gras

Am gleichen Abend wurden auch die Mannschaftsbetreuer für die Jugendmannschaften bestimmt. Für die A-Jugend sollte sich Hermann Seis jr. verantwortlich zeigen. Für die B-Jugend war es Hubert Müller und für die D-Jugend Lothar Schnauber.

Als Spielführer für die 1. Mannschaft wurde Werner Seis und als solcher der 2. Mannschaft Friedhelm Bach bestimmt.

Zum Abschluss der Versammlung bedankte sich der erste Vorsitzende Alwin Busch bei den Gründungsmitgliedern für das ihm und dem gesamten Vorstand entgegengebrachte Vertrauen. Nun existierte die SG Ehrbachtal.